Geschichte des Samaritervereins:

 

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums im Jahre 2001 wurde eine Festschrift erstellt.

Im Jahr 1893 fand in Bümpliz der erste Samariterkurs statt, worauf der Samariterverein Bümpliz gegründet wurde. 1900 kam es jedoch zu dessen Auflösung.

Wieder war es der 1885 gegründete Samariterverein Bern-Männer, der in Bümpliz einen Samariterkurs organisierte. Am 17. April 1901 gründeten 28 Teilnehmer davon erneut den Samariterverein Bümpliz.

Aus der guten alten Zeit (Jubiläumsbericht 1926):

,,Was ein neugeborenes Kind in der ersten Zeit seines Lebens am nötigsten bedarf, ist die zarte mütterliche Pflege und Obhut, und aus diesem Grunde wird es wohl auch gewesen sein, dass der Samariterverein im ersten Jahr vom zarten Geschlecht geleitet worden ist. Fräulein Elise Schori war Präsidentin.

Die Übungen wurden jeweils von Mitgliedern geleitet, die dazu in der Lage waren. Ab 1908 jedoch hielt man sich streng an einen Übungsleiter, der einen Hülfslehrerkurs absolviert hatte. Es war Herr Benedicht Schraner, der 11 Jahre lang vom benachbarten Samariterverein Bern den damals noch unheimlichen Weg nach Bümpliz bei allem Wetter unter die Füsse nahm. 1919 liess unser Verein selber Hülfslehrer ausbilden.

Der Samariterverein Bümpliz beteiligte sich 1914 an der Landesausstellung durch das Ausstellen einer Tragbahre auf einem Schlitten.

Nach der Mobilisation von 1914 richtete unser Verein in Bümpliz ein Lazarett ein für die erkrankten Soldaten. Während dem Ersten Weltkrieg sammelten die Mitglieder Kleider und Geld und strickten Socken und Strümpfe für Notleidende. Während der Grippeepidemie taten sie Krankenpflegedienst.

Im Jahr 1923 erbrachten die Bümplizer Samariter 278 Hülfeleistungen und auch 21 Transporte mit der 1908 angeschafften Rädertragbahre. Diese Rädertragbahre wurde 1923 überflüssig, da die Gemeinde einen Krankenwagen anschaffte.

Der Samariterverein war auch da zur Aufklärung, indem er durch Abhaltung von Vorträgen an die Öffentlichkeit gelangte, was in wissenschaftlicher und in hygienischer Hinsicht von grossem Nutzen war. Diese Vorträge wurden jeweils in der Kirche Bümpliz abgehalten. 1922 scheuten sich aber leider die massgebenden Persönlichkeiten, die Kirche freizugeben für den Vortrag mit dem Thema ,,Aberglaube".

Aus der guten alten Zeit (Jubiläumsbericht 1951):

,,Während den Krisenjahren vor dem Zweiten Weltkrieg halfen unsere Mitglieder durch Sammlungen aller Art, Wohltätigkeitsabende, Lismerabende usw. die Not der arbeitslosen Mitmenschen etwas lindern.

Auch während des Zweiten Weltkrieges halfen die Bümplizer Samariter der Armee und der Zivilbevölkerung, so gut sie konnten. Den einquartierten Soldaten in Bümpliz wurde mit Material für ihre Krankenzimmer ausgeholfen. Ferner wurde Material gesammelt, gekauft und bereitgehalten für die Einrichtung eines Notspitales, sobald es die Umstände erfordert hätten."

1933 wurde der Vereinsname, Samariterverein Bümpliz, in Samariterverein Bümpliz-Riedbach um geändert.

Präsident / Präsidentin

1901 Frl. Elise Schori 1923 Fritz Fuhrer
1902 E. Merz 1924 und 1925 E. Woodtli
1903 Frl. R. Söhr 1926 Fritz Fuhrer
1904 Schönmann 1927 Fr. Matter
1905 bis 1907 Dr. Dahinden 1928 bis 1930 Fritz Fuhrer
1908 K. Schüpbach 1931 E. Woodtli
1909 bis 1912 Frl. Elise Schori 1932 bis 1945 Gottfried Krebs
1913 bis 1917 E. Meyer 1946 und 1947 Werner Spycher
1918 bis 1921 Karl Alder 1948 bis 1962 Georges Wuillemin
1922 H. Gfeller 1963 bis 1967 Fritz Wölfli
    seit 1968 Bethly Wirth

 

Mitgliederzahlen

1901 28 Samariter resp. Samariterinnen 45 Passivmitglieder
1926 33 Samariter resp. Samariterinnen 77 Passivmitglieder
1951 99 Samariter resp. Samariterinnen 183 Passivmitglieder
1976 184 Samariter 64 Samariterinnen 120 192 Passivmitglieder
2001 99 Samariter 28 Samariterinnen 71 146 Passivmitglieder

 

Sanitätsdienst

Ständige Samariterposten

Diese wurden von Samaritern zu Hause betrieben. Es handelte sich um Samariter, die in der Regel den ganzen Tag erreichbar waren (nicht berufstätig) und die ein Zimmer hatten, wo die Möglichkeit zu ungestörter Versorgung und Betreuung von Verletzten bestand.

Von 1908 bis 1977 betrieben stets 10 bis 15 Samariter in Bümpliz verstreut solche Samariterposten. Diese wurden von der Bevölkerung rege in Anspruch genommen. Bis 1950 wurden total 13394 Hilfeleistungen unentgeltlich erbracht. Dank der guten ärztlichen Versorgung verloren diese Samariterposten ihre Notwendigkeit.

Temporäre Samariterposten

Aus der guten alten Zeit (Jubiläumsbericht 1926):

1902: MittelländischesTurnfest (16 Hülfeleistungen)
1912: Schützen- und Gesangfest
1918: MittelländischesTurnfest (35 Hülfeleistungen)
1921: Musik- und Schwingfest
Im Winter: Bei Schlittwegen

In der heutigen Zeit:

Im Auftrag von Veranstaltern errichtet der Samariterverein Samariterposten. Pro Jahr leisten unsere Samariter an 20 bis 30 Anlässen (Sportanlässe, Festanlässe, Tag der offenen Tür bei Firmen, Bundesfeier, BEA Allmend etc.) ca. 350 bis 450 Einsatzstunden. Samariter, die für den Sanitätsdienst an Samariterposten eingesetzt werden, müssen ausser dem monatlichen Übungsbesuch jedes Jahr noch eine spezielle Weiterbildung absolvieren.

 

Krankenmobilienmagazin

Der Samariterverein Bümpliz hat veranlasst, dass die Gemeinde 1908 in Bümpliz ein Krankenmobilienmagazin errichtet hat. Es wurde jahrelang vom Bernischen Ärzteverein geführt und 1925 von uns übernommen.

Ausleih-Artikel:
Gehstützen, Rollstühle, Gehhilfe-Böckli, Krankenhebeapparate, Krankentischli, Nachtstühle, Inhalierapparate (früher Bronchitiskessel, Schröpfgläsli) etc.

Diese Artikel können, gegen Entrichtung einer Gebühr, leihweise bezogen werden.

Aufgaben der Verwalter:
Ausleihe und Rücknahme der Artikel, Unterhalt und Reinigung der Artikel, Rechnungstellung, Führung der Kasse und Abrechnung mit dem Samariterverein.

Verwalter:


1925 - 1986

Polizeiwache Bümpliz, Brünnenstrasse 103

Leider wurde von höherer Stelle der Polizeiwache Bümpliz untersagt, artfremde Aufgaben zu tätigen, zumal die Belegschaft auch dauernd mit Arbeit überlastet war.
Die Belegschaft der Polizeiwache Bümpliz verdient Anerkennung für eine 62-jährige Dienstleistung zum Wohle der Bevölkerung im Westen von Bern.

1987

Adi's Schuh-Shop, Brünnenstrasse 103

1988 - 1994

Krankenkasse Evidenzia, Brünnenstrasse 103

1995 -

Brünnen-Apotheke, Bümplizstrasse 104
Frau Tschirren-Robbiani und ihr Team

1946 - 1973 Ablage bei Familie Spycher in Riedbach

 

Übungs- und Kurslokale

Seitjeher bis 1977 fanden unsere Übungen und Kurse im Sekundarschulhaus Bümpliz (neben Restaurant Bären) statt, und zwar im Singsaal im 2. Stock. Das Material war in Schränken im Treppenhaus gelagert.

Ab 1963 hatte unser Verein im Keller einen eigenen Lagerraum. Für jede Übung resp. jeden Kursabend musste das benötigte Material in den Singsaal im 2. Stock geschleppt werden. Früher war das eine Moltonwand mit beschrifteten Streifen, später ein Hellraumprojektor, dann der Filmapparat, die Leinwand, Beatmungsphantome, Wolldecken, Skelett, Verbandsmaterial, Bahren etc. etc.

Nach zähen Verhandlungen mit dem Zivilschutz konnten wir am 14. März 1977 in der Zivilschutzanlage Kleefeld einziehen. Sie befindet sich unter der Turnhalle der Schule Kleefeld. Diese sehr kahlen Räumlichkeiten haben wir unseren Bedürfnissen entsprechend eingerichtet: Schallhemmende Decke und Boden, Teppichwände, Poster an Wänden, fest montierte Leinwand, Schränke, in der Küche Koch-Rechauds und vieles mehr. Anfangs 2001 liessen wir Unterbaukorpusse im Büro/Materialraum installieren.

Es ist uns möglich, während ganztägigen Kursen oder nach Übungen und Weiterbildungsveranstaltungen Getränke, auch Kaffee und Tee, zu servieren, und wir sind ebenfalls in der Lage, Mahlzeiten zu kochen, z.B. für unsere behinderten Freunde vor einem Spielabend, oder bei Weihnachtsfeiern und anderen speziellen Anlässen.

Oberbottigen und Riedbach
Von 1933 bis 1978 fanden alle monatlichen Übungen nicht nur in Bümpliz, sondern auch im alten Schulhaus Oberbottigen statt, ab 1933 viele Jahre sogar noch im Restaurant Riedbach. Dies wurde aber den Samariterlehrern eine zu grosse Belastung und unseren Mitgliedern in Riedbach und Oberbottigen konnte der Weg ins nahe gelegene Kleefeld mit guten Postautoverbindungen zugemutet werden.

 

Kurse

Samariterkurs
Unterrichtet werden in diesem Kurs die Lebensrettenden Sofortmassnahmen und Erste Hilfe bei Verletzungen und Erkrankungen. Seit 1901 wird fast jährlich ein Samariterkurs für die Öffentlichkeit durchgeführt, hin und wieder auch für bestimmte Schulen. Seit 1970 erteilen wir diesen Kurs jedes Jahr für das Sportamt der Uni Bern den angehenden Sportlehrern.

Krankenpflegekurs
Von 1908 bis 1979 organisierten wir auch diesen Kurs unter der Leitung einer Krankenschwester. Da das Rote Kreuz in Bern solche Kurse anbietet, verweisen wir die Interessenten dorthin.

Mütter- und Säuglingspflegekurs
Bevor es die Mütterberatungsstellen gab, führten wir auch diesen Kurs durch, und zwar von 1922 bis 1951.

Nothilfekurs
Dieser Kurs gelangt seit 1966 zur Durchführung und beinhaltet nur den ersten Teil des Samariterkurses, nämlich die Lebensrettenden Sofortmassnahmen. Seit dem Obligatorium für den Erwerb des Führerscheines führen wir jährlich 10 bis 15 Nothilfekurse durch, zusätzlich noch in verschiedenen Schulen.

Kurs Notfälle bei Kleinkindern
Der erste Kurs fand 1987 statt. Jährlich bieten wir 2 bis 5 solcher Kurse an.

CPR-Kurs (Herz-Lungenwiederbelebung)
Dieser Kurs ist seit 1994 in unserem Angebot.

Kursteilnehmer in 100 Jahren: 16862

Erste Hilfe-Ausbildung (Weiterbildung/Auffrischung) von 2-4 Lektionen
Jährlich unterrichten wir auch verschiedene Interessengruppen wie z.B. das Personal von Firmen, Mitglieder von Verbänden wie Berufschauffeure, etc..

Unser Verein führte auch ausserhalb von Bümpliz Samariterkurse durch, auf Grund derer die Gründung folgender Samaritervereine gelang:
1923 Samariterverein Oberwangen
1924 Samariterverein Frauenkappelen
1951 Samariterverein Mühleberg
1964 Samariterverein Bethlehem

Silberclub
Gründung 1985 mit folgendem Zweck: Samariter unseres Vereins sollen bis an ihr Lebensende die Gewissheit haben, nicht vergessen zu sein. Es wird ihnen die Möglichkeit geboten, den Kontakt zu den Ehemaligen ihrer Aktivzeit sowie den gegenwärtigen Vorstandsmitgliedern aufrecht zu erhalten. Mitglied wird man im Jahr, das dem 65. Geburtstag folgt, gleichzeitig auch der Ehepartner. Jährlich findet ein Clubtreffen statt.

Besuche im Schwabgutheim
Seit 1987 veranstalten wir jährlich ca. vier Besuchernachmittage. Wir machen mit den Heimbewohnern, meistens im Rollstuhl, einen Spaziergang und treffen uns anschliessend in der Cafeteria zum Zvieri. ca. 15 Samariter sind jeweils anwesend.

Anlässe mit Behinderten
Seit 1988 finden jährlich zwei Anlässe mit Behinderten statt. wir machen mit dem Invalidencar einen Ausflug und verbringen mit ihnen einen Spielabend.

Moulagegruppe
Im Jahr 1988 haben wir eine Moulagegruppe gegründet mit dem Zweck der realistischen Unfallgestaltung. Jedes Mitglied muss zuerst einen Moulagekurs besuchen und anschliessend findet jährlich eine Weiterbildung statt. Sie lernen, Unfallsituationen darzustellen, sich als Figuranten lebensnah zu verhalten und Wunden darzustellen. Sie mimen in Kursen und bei Übungen die Patienten.

Standarte
1988 haben wir aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums des Schweizerischen Samariterbundes eine Standarte angeschafft.

Blutspende-Aktionen
Von 1989 bis 1992 haben wir für das Rote Kreuz im Juli eine Blutspende-Aktion organisiert und von 1993 bis 1996 jeweils drei Aktionen im Jahr. Das Blutspendezentrum sah in der Folge davon ab, mit der ganzen Equipe nach Bümpliz zu kommen, da den in Bümpliz wohnenden Spendern der Weg ins Zentrum an die Murtenstrasse zugemutet werden könne.

Bümplizer Chilbi
Seit 1992 sind wir für die Wirtschaft im Festzelt verantwortlich. Während den drei Chilbi-Tagen leisten ca. 40 Samariter ungefähr 480 bis 520 Einsatzstunden. Der Ertrag kommt den Krippen, Kindergärten, Schulen, Kinder- und Jugendorganisationen, Heimen, Vereinen etc. im Westen von Bern zugut.

Bienzgutfest
Seit 1999 findet dieses Fest im Areal des Bienzgutes statt. Wir sind für die Festwirtschaft verantwortlich. Während den drei Festtagen leisten unsere Samariter, ca. deren 20, ungefähr 350 bis 400 Einsatzstunden. Der Ertrag kam zugut: Überdachung Hof, Ortsarchiv Bümpliz, Bestuhlung Dachstock.

 

Gastgeber von Delegiertenversammlungen

3. Nov. 1973 Landesteilverband Bern-Mittelland Restaurant Löwen
4. Mai 1985 Bernischer Kantonalverband Chleehuus grosser Saal
3. März 1990 Regionalverband Bem-Mittelland Chleehuus grosser Saal
4. März 2000 Regionalverband Bern-Mittelland Sternensaal